Zitternde Himmel – UNDERDOX im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung

SZ vom 6.10.2016 (ganzen Artikel lesen)Lewis-Klahr---Sixty-Six-3_cropped

Antike Götter in Los Angeles: Mit Lewis Klahrs poetischem „Sixty Six“ startet das elfte Underdox-Filmfestival in München. Kino-Alchimie!

Von Fritz Göttler

 
Eine Rückkehr ins Silberne Zeitalter verspricht das diesjährige Underdox-Festival, das von diesem Donnerstag an in München stattfindet (Werkstattkino, Filmmuseum, Neues Maxim, Theatiner). Ins Zeitalter von Silbernitrat und Silver Screen, eine Kino-Alchimie, wie man sie aus den Jahren vor der digitalen Wende kennt und liebt. „The Silver Age“ heißt eins der zwölf Kapitel im Eröffnungsfilm „Sixty Six“ vom Animationskünstler Lewis Klahr (erst 16mm, später dann Computer): Zwölf Monate in der Traumstadt Los Angeles, im Jahr 1966, in zwölf Kapiteln, die so dicht sind wie die achtzehn bei James Joyce, als er seinen Helden Leopold Bloom an einem Tag durch Dublin schickte. (…)

Dass einem erst mal Sehen und Hören vergehen sollte, damit man den Blick frei kriegt für kühne und beflügelte Gedanken, das ist die Lektion, die das Underdox-Filmfestival von Dunja Bialas und Bernd Brehmer uns lehrt. Bei der elften Auflage wartet es mit einem Hardboiled-Programm zwischen Dokumentation und Experiment auf.  (…)

Das Kino gibt in diesen Underdox-Tagen das Erzählen auf, es wird Performance, die alle Sinne fordert und keine Risiken scheut. „UFE/Unfilmevenement“ heißt eine Produktion von César Vayssié, da lässt er junge Menschen ihre Körper erproben, spielerisch ernst, wie man es von Jacques Rivette kennt, keine Tanzprofis, sondern Amateure, die manchmal einiges einstecken müssen. Am besten, hat Lewis Klahr gesagt, bin ich, wenn ich eine Regel breche, die ich mir selbst gesetzt habe. Auch die Underdox-Leute sind am besten, wenn sie so vorgehen.

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Literatur & Film: L’ACCADEMIA DELLE MUSE (THE ACADEMY OF MUSES)

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L’ACCADEMIA DELLE MUSE sonntag 9.10. 11 uhr theatiner filmkunst

Der katalanische Regissuer José Luis Guerín hat einen zutiefst romanistischen Film gemacht: der (reale!) Professor für Literatur Rafaelle Pinto kommt an die Universität von Barcelona und möchte dort nach Dantes Vorbild die Tradition der Musen wiederbeleben. Während die Studentinnen noch um seine Gunst buhlen, ist er bereits deren Muse geworden. Und die Ehefrau ist not amused. Ein hochgradig amüsantes & dekonstruktives Gedankenspiel, abgebildet in Bildern der Uneindeutigkeit, das den Spagat zwischen Trivialität und Erhabenheit nicht scheut.

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Tanz & Film: UFE [UNFILMEVENEMENT] [AFILMEVENT]

ufe-f19UFE [UNFILMEVENEMENT] sonntag 15 uhr werkstattkino
zu gast: Regisseur César Vayssié und Holger Dreissig

Kaum ein Regisseur hat so eng mit Choreographen, Tänzern und Performern zusammengearbeitet wie César Vayssié, ohne dabei vordergründig einen Tanzfilm zu erstellen. Viel allgemeiner: In UFE wie sein Film kurz heißt („Ein Film Ereignis“) erprobt und inszeniert Vayssié die Freiheit der Kreation und der Gesellschaft überhaupt. Der Plot ist wie eine Mischung aus Hans Weingartners DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI und Rainer Knepperges & Christian Mraseks DIE QUEREINSTEIGERINNEN. Nur wird diesmal der Direktor eines TV-Senders entführt.

Vayssiés Film ist außerdem eine Hommage an die Filme Godards, die die kinematographische Sprache befreiten und eine Verbeugung vor den Situationisten, auch wenn sie am Ende scheitern (müssen). Ein wahres Filmereignis!

 


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Länderfokus 2016: Trans-Atlantik

Québec: Die Experimentalfilmszene aus Montréal
Do-So 6.-9.10. Filmmuseum München, Werkstattkino

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Kaum eine Experimentalfilmszene ist so groß, vielfältig und lebendig wie die Szene aus Québec. Ihr Epizentrum liegt in Montréal und heißt Double Negative Collective.

Seit 2004 bringt das „Collective“ den Kurz-Experimentalfilm in analogen und digitalen Werken in die Museen und auf die Festivals weltweit. 2014 realisierte Félix Dufour-Laperrière seinen ersten Langfilm TRANSATLANTIQUE, Charles-André Coderre hat soeben seinen abendfüllenden Spielfilm DESERTS in Montréal uraufgeführt.

Die Verbindung zur Independent- und experimentellen Musikszene macht die Filme der Québecer so hypnotisch wie vital. HISS TRACTS, Bob Lachapelle, Jerusalem in My Heart (10.11.2016 in München im Import Export), The Cyrillic Typewriter oder Ambient-Musiker David Bryant betten die Filme auf tragende Soundscapes.

UNDERDOX stellt die wichtigsten Filmemacherinnen und Filmemacher aus Québec vor:
Do 6.10. 19:00 Uhr Filmmuseum München
Weltpremiere von Charles-André Coderres GRANULAR FILM – BEIRUT (zusammen mit Lewis Klahr: SIXTY SIX), Festivaleröffnung mit anschließendem Empfang
Fr 7.10. 18:30 Uhr Filmmuseum München
QUEBEC experimental: Experimentalfilme im Sog der Musik
Filme u.a. von Charles-André Coderre, Karl Lemieux, Alexandre Larose, Daïchi Saïto
Sa 8.10. 21:00 Uhr Filmmuseum München
QUEBEC transzendental: dokumentarische und fiktionale Kurzfilme heben ab in experimentelle Sphären
Filme u.a. von Denis Côté, Gu Tao, Eduardo Menz und 2 Weltpremieren von Nelly-Eve Rajotte
So 9.10. 22:30 Uhr Werkstattkino
Félix Dufour-Laperrière – TRANSATLANTIQUE (2014): der erste Langfilm aus dem Double Negative Collective

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UNDERDOX-Trailer 2016: mit Speed in die Kurven

Ein Trailer aus der UNDERDOX-Schmiede. Ein Rennen auf der legendären Speedway-Bahn in Olching bei München, gefilmt von Bernhard Koch auf Super-8, geschnitten von Dunja Bialas. DeeDee Wallauer hat uns das Material in digitaler Form zukommen lassen: es ist Bestandteil seines Films mit dem schönen Titel SPEED, MUD & GLORY. Die Tonspur stammt aus LA BÊTE LUMINEUSE (1982) des Québecer Dokumentarfilmers Pierre Perrault und nimmt Bezug auf unser diesjähriges Thema Trans-Atlantik – QUEBEC. Hier die Übersetzung ins Englische, die wir den Untertiteln entnommen haben:

What does it mean to kill a moose?
You study him
You track him
Get close to him
And then
You shoot him.

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Special im Neuen Maxim: Lav Diaz – A LULLABY TO THE SORROWFUL MYSTERY

UNDERDOX-Special im Neuen Maxim   
Sa 8.10./So 9.10. 10:30-14:45 Uhr
Lav Diaz – A LULLABY TO THE SORROWFUL MYSTERY
Acht Stunden sind kein Tag: Der Gewinner des Alfred-Bauer-Preises der Berlinale 2016

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Das Neue Maxim, resurrected aus den Ruinen des alten Kinos an der Landshuter Allee, wird neue Spielstätte des UNDERDOX Filmfestivals!
Das zusätzliche Kino ermöglicht uns, einen veritablen Langfilm zu zeigen: Lav Diaz‚ A LULLABY TO THE SORROWFUL MYSTERY ist ein 482 minütiges Epos in Schwarzweiß, das zu großen Teilen im philippinischen Dschungel spielt. Lav Diaz, der soeben in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, erhielt für sein „Wiegenlied für ein trauriges Geheimnis“ den renommierten Alfred-Bauer-Preis der Berlinale 2016.

In LULLABY wendet sich Diaz dem einflussreichsten Kämpfer der philippinischen Revolution gegen die spanische Kolonialherrschaft im späten 19. Jahrhundert, Andrés Bonifacio, zu, der während der Revolution ermordet wurde. Bonifacios Witwe sucht die verschwundene Leiche ihres Mannes, mit ihren Begleitern gerät sie immer tiefer in den Dschungel und damit auch in das Dickicht aus eigener Verantwortung und Schuld.

Verena Lueken schreibt in der FAZ:
„Diaz hat ein Paralleluniversum geschaffen, in dem unsere Erzählkonventionen nicht gelten. Ein Universum abseits von Zeitökonomie. Einen Raum, den es nur im Kino geben kann, der aber angefüllt ist mit einem Leid und einer Sehnsucht und einer Lust, die aus der Welt jenseits des Kinos kommen – und all dies bezogen auf das Einzige, wofür es sich zu kämpfen lohnt: die Freiheit. Durchaus auch die Freiheit der Kunst.“

UNDERDOX zeigt seit seiner Gründung 2006 die Filme von Lav Diaz. Wir betrachten es als schönes Zeichen der Zeit und als Bestätigung unserer Arbeit, dass die von uns geschätzten und gepflegten Regisseure heute größte Erfolge auf den A-Festivals feiern.
In unserem Manifest ist überdies zu lesen:
„Wir huldigen dem über­langen Film. In Zeiten, da Fernseh-Serien auf Festivals als Kino-Formate präsent sind, gilt uns die originär kine­ma­to­gra­fi­sche Langform als bewusst gesetztes program­ma­ti­sches Statement.“

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Das Line-up des 11. UNDERDOX Filmfestivals:

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Lav Diaz: A LULLABY TO THE SORROWFUL MYSTERY – SG/PH 2016 – 482 Min
Félix Dufour-Laperrière:
TRANSATLANTIQUE – CAN 2014 – 72 Min
Selma Doborac: THOSE SHOCKING SHAKING DAYS, Österreich / Bosnien und Herzegowina, 88 Min – Deutsche Erstaufführung (Regisseurin ist zu Gast)
José Luis Guerín: L’ACCADEMIA DELLE MUSE (ACADEMY OF MUSES), Spanien 2015, 92 Min (präsentiert von European Art Cinema Day 2016)
Djamel Kerkar: ATLAL, Frankreich / Algerien 2016, 100 Min – Deutsche Erstaufführung (präsentiert von DOK.fest München)
KHAVN: ALIPATO – THE VERY BRIEF LIFE OF AN EMBER, Philippinen / D 2016, 87 Min – Deutsche Erstaufführung
Lewis Klahr: SIXTY SIX, USA 2015, 90 Min (Regisseur ist zu Gast)
Salomé Lamas: ELDORADO XXI, Portugal 2016, 125 Min
Oliver Laxe: LAS MIMOSAS, Span / Marokko / F 2015, 83 Min – Deutsche Erstaufführung
Pere Portabella: INFORME GENERAL II. EL NUEVO RAPTO DE EUROPA (GENERAL REPORT 2. THE NEW ABDUCTION OF EUROPE), Spanien 2016, 126 Min – Deutsche Erstaufführung
Ben Rivers: THE SKY TREMBLES AND THE EARTH IS AFRAID AND THE TWO EYES ARE NOT BROTHERS, GB 2015, 95 Min – A DISTANT EPISODE, GB 2015, 18 Min
Volker Sattel: LA CUPOLA, D 2016, 40 Min
Philipp Scheffner: HAVARIE, Deutschland 2016, 93 Min
Tatjana Turanskyj: ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT IST KEIN VERBRECHEN (zusammen mit Marita Neher), D 2016, 76 Min – TOP GIRL, D 2015, 94 Min (Regisseurinnen sind zu Gast)
César Vayssié: UFE (UNFILMEVENEMENT – AFILMEVENT), Frankreich 2016, 153 Min – Deutsche Erstaufführung (Regisseur ist zu Gast) (präsentiert von Tanztendenz München)
Wang Bing: TA’ANG, China 2016, 148 Min
Apichatpong Weerasethakul: VAPOUR, Thailand 2015, 21 Min
Philip Widmann: EIN HAUS IN NINH HOA, Deutschland 2016, 108 Min (Regisseur ist zu Gast)

UNDERDOX Specials:

Länderfocus: Québec experimental & transzendental
Artist in Focus: Seamus Harahan (Regisseur ist zu Gast, präsentiert vom Leiter des Berwick Film & Media Arts Festival Peter Taylor)
Kurzfilmprogramme UNDERDOX dokumente & experimente
Lost & Found: Marquard Bohm
16mm-Projektoren-Performance: Gaëlle Rouard (Frankreich)

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11. UNDERDOX im Filmmuseum München: Trans-Atlantik – experimental, expositional

In unserer 11. Ausgabe widmen wir uns den verborgenen Kinematographien Nordamerikas. Fernab der gängigen Polarität von independent und mainstream blicken wir auf das experimentelle und künstlerische Filmschaffen jenseits des Atlantiks. Québec und Toronto sind die experimentierenden Epizentren der agilen Avantgarde-Szene des französisch- und englischsprachigen Kanada. »Die Experimentalfilmer in Québec-Kanada sind um die 30 Jahre alt«, schreibt uns der kanadische Filmemacher Sylvain l’Espérance, »niemals war die Szene, die sich erst ab den 80er Jahren formierte, so dynamisch wie heute.«

Rund um das in Montréal beheimatete Double Negative Collective versammeln sich international bekannte Größen wie Daïchi Saïto, Karl Lemieux, Malena Szlam und der mit der internationalen Musikszene vernetzte Charles-André Coderre. Félix Dufour-Laperrière, dessen Werk im Kontext von Galerien und Museen angesiedelt ist, gab mit seinem experimentellen Langfilmdebüt TRANSATLANTIQUE (2014) die Inspiration für den Titel des diesjährigen Länderschwerpunkts.

Das englischsprachige Kanada blickt auf eine lange Experimentalfilmtradition bis in die 1940er Jahre zurück. Sie vereint die legendären Namen Michael Snow (UNDERDOX halbzeit 2013), Arthur Lipsett, Norman McLaren, David Rimmer, Bruce Elder, und die jüngeren Mike Hoolboom, Philip Hoffman, Steve Sanguedolce. In zwei Programmen zeigt UNDERDOX eine Auswahl aktueller und historischer Positionen des kanadischen Experimentalfilmschaffens.

UNDERDOX ist das Festival für filmische Werke im Zwischenbereich des Experimentellen und Dokumentarischen, Fiktionalen und Künstlerischen. In einer Zeit, in der das bewegte Bild Leitkultur geworden ist, befindet sich der geschützte Kino-Projektionsraum mehr und mehr in Konkurrenz mit alternativen Ausstellungsdispositiven. Filmemacher übersiedeln in den Ausstellungsraum von Museen und Galerien und treffen dort auf ein neues, künstlerisch gebildetes und am allgegenwärtigen bewegten Bild geschultes Publikum.
»Ausstellen« ist eine zentrale kinematographische Geste im Werk des 1956 geborenen US-amerikanischen Künstlers und Filmemachers Lewis Klahr. UNDERDOX eröffnet die diesjährige Ausgabe mit seinem gefeierten und im New Yorker Museum of Modern Art uraufgeführten Kompilationswerk SIXTY SIX (2002–2015).

Sein hypnotischer »dreamscape« der Popgeschichte der 1960er und 1970er Jahre legt in Collagen- und Cut-up-Technik archäologische Schichten des amerikanischen Unterbewussten frei. In zwölf Kapiteln entfaltet sich ein visueller und musikalischer Trip durch eine legendäre Ära und entlang der berühmten den nordamerikanischen Kontinent durchquerenden Route 66.
eröffnung am 6.10., 19 uhr filmmuseum münchen
LEWIS KLAHR ist zu gast!

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R.I.P. Abbas Kiarostami

Abbas Kiarostami, 22. Juni 1940 (Teheran) – 4. Juli 2016 (Paris)
Danke für Deine Filme.

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UNDERDOX halbzeit mit Corinna Schnitt

donnerstag 02.06.2016 19 uhr filmmuseum münchen

Aufmerksam auf Corinna Schnitt wurden wir, als sie in einem Programm aus dem Umfeld der Kölner Gruppe den absurden Kurzfilm ZWISCHEN VIER UND SECHS zeigte, in dem eine Familie in einer Kleinstadt Verkehrsschilder putzt. Der Film zählt seitdem zu einem unserer Kultfilme und ist ein wunderbares Beispiel für das Erzählen zwischen künstlerischer Ironie und soziologischem Ernst.

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Putzen als Abwehrzauber oder sozialer Kitt, kleinstädtische Verhältnisse, in denen sich geisterhaft schwebend eine Kamera den Weg bahnt und die Stabilität der Welt verunsichert: das ist das Universum von Corinna Schnitt, die heute neben ihrer Arbeit als Künstlerin als Professorin an der HfG Braunschweig unterrichtet.

Zur UNDERDOX halbzeit können aus den Jahren 1995-2015 zehn ihrer Arbeiten neu- und wiederentdeckt werden: ihre frühen narrativen Kurzfilme, dokumentarisch inszenierte Evasionen aus dem Alltag und gegenwärtige künstlerische Entwürfe anderer Welten. Die Filme, die alle im Originalformat (16mm, DigiBeta und HD digital) vorgeführt werden, werden von Corinna Schnitt in einer Lecture begleitet. In ihr wird es um die Soziologie des Alltags, weibliches Erzählen, die Kunstwerdung von Filmminiaturen und vieles mehr gehen.

Corinna Schnitt ist neben Christophe Girardet und Matthias Müller, Volker Schreiner, Hito Steyerl, Bjorn Melhus und Jan Verbeek eine der wichtigsten Vertreter/innen der Videokunst in Deutschland, die sich zwischen Kino und Kunst situieren. Ihr Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen und Screenings gezeigt und in vielen Publikationen gewürdigt.

Artist in Focus: Corinna Schnitt

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