VIDEODOX Finissage mit Projektorenperformance

Gestern war es dann soweit: UNDERDOX lud zum letzten Akt seiner 9. Ausgabe ein und beging ihn in der feierlichen Verleihung des VIDEODOX Förderpreises 2014. Aus über 100 bayernweit eingereichten Arbeiten waren fünfzehn Arbeiten für die Präsentation in der Galerie und im Kino ausgewählt worden.

Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus dem Filmkritiker Rainer Gansera, der Kunstwissenschaftlerin Franziska Stöhr und der Kuratorin Dana Weschke, vergab den Preis einstimmig an “Kafan” von Narges Kalhor. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird von der Franz Meiller Stiftung gestiftet.

Auszug aus der Begründung der Jury:
Narges Kalhor gelingt es auf meditativ-ernsthafte und zugleich humorvolle Weise, das Thema des Bestattungsrituals mit der zweifelhaften Besessenheit der Menschen, sich via SMS pausenlos mitzuteilen, zu kombinieren und in eine überzeugende Bild- und Tonrhythmik zu bringen. Wobei der experimentelle Ansatz der formalen Gestaltung hervorzuheben ist. Kalhor dreht nicht einfach nur einen Film und schneidet ihn danach. Sie mixt Video- mit Filmmaterial, projiziert Videoaufnahmen aus der U-Bahn auf einen Körper im Kafan, filmt sie so wieder ab und lässt dadurch vielschichtige Bilder entstehen, die poetisch und gestalterisch überraschend sind. Die Leinwand wird dabei zum zentralen Motiv: als Leichentuch, als Wort-, als Bild- und als Filmträger.
Zur vollständigen Jurybegründung

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Anschließend an die Preisverleihung zauberte Performance-Künstlerin Gaëlle Rouard mit ihren 16mm-Projektoren Licht und Schatten an die Wand der Galerie, lochte live Zelluiloid-Material und ließ mittels optischer Linsen Normalbild in Cinemascope-Größe und bis zur Decke wachsen.

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– Ende der 9. Ausgabe von UNDERDOX –

Das 10. UNDERDOX Filmfestival für Dokument und Experiment findet vom 8. bis 14. Oktober 2015 statt. Save the date!

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VIDEODOX Finissage mit der Verleihung des Förderpreises und Projektoren-Performance von Gaelle Rouard

VIDEODOX Finissage
mit Verleihung des VIDEODOX Förderpreises 2014 und Projektoren Performance von Gaelle Rouard (Frankreich), Galerie der Künstler, Maximilianstr. 42, 19 Uhr

Am heutigen Donnerstag endet die große Videokunst-Ausstellung VIDEODOX.
Ab 19 Uhr feiern wir Finissage mit der Verleihung des VIDEODOX Förderpreises 2014. Anschließend bringt die französische Künstlerin Gaelle Rouard in einer Live-Performance mit drei 16mm-Projektoren das Zelluloid zum Tanzen.IMG_0270

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UNDERDOX Finale mit Karpo Godina, KARPOTROTTER, EL FUTURO

Wir begannen das Festival mit einer Explosion und beschließen es mit einem Feuerwerk. Heute sind die slowenischen Regisseure Karpo Godina und Matjaž Ivanišin für ein ganz besonderes Double Feature zu Gast. KARPOTROTTER begibt sich auf die filmischen Spuren von Karpo Godina. Ein Film mit Godina, aber ganz ohne ihn, wie es so seine Art ist. Davor zeigen wir Godinas dokumentarischen Kurzfilm ABESINIJA über die “Vielvölker-Minestrone” Vojvodina (heute, Mittwoch, 18:30 Uhr, Werkstattkino).

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Zum Abschluss des Festivals wagen wir noch einen Blick in die Zukunft: EL FUTURO des Spaniers Luis López Carrasco reist in die 80er Jahre zurück, als gerade die Sozialisten die Wahl gewonnen hatten, und das Land auf der iberischen Halbinsel sich in die Zukunft aufmachte. Eine Hommage auf 16mm an die Hoffnung, die Jugend und den Aufbruch, die genau zur richtigen Zeit kommt (heute, Mittwoch, 22:30 Uhr, Werkstattkino).

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UNDERDOX Experimente

Mit unserem zweiten Kurzfilmprogramm knüpfen wir an die Tradition des Experimentalfilms an. Heute, Dienstag, 22:30 Uhr, Werkstattkino. In Anwesenheit von Zeynep Tuna und Okin Cznupolowsky. 2013-Gebrochene-Sinnlichkeit-03

Zeynep Tuna montiert in Gebrochene Sinnlichkeit türkische Pornofilme der 1970er Jahre, die auf schlechtes Videomaterial raubkopiert wurden. Maria Kourkouta versammelt in Returning to Aeolus Street Bildfragmente aus populären griechischen Filmen. Esther Urlus hat mit Konrad & Kurfürst einen Film auf der Basis einer selbstgebrauten Emulsion entwickelt. Péter Lichter bringt in No Signal Detected digitale und analoge Verfallsprozesse in einen kinematographischen Wettstreit. Eine Gaslampe lässt bei Siegfried A. Fruhaufs Still Dissolution fotografische Erinnerungen schmelzen und neue Bilder entstehen: Kino ist Chemie, und mehr noch, ist Alchemie.

In Weltpremiere präsentieren wir den unterhaltsamen Okin Cznupolowsk’s Playground: Okin und Vanessa sind in einer ranzigen WG in Neukölln eingesperrt. Ein Film auf Super-8, aus der Okin Cnzupolowsky-Werkstätte.

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VIDEODOX IM KINO

Am heutigen Montag wird das erste UNDERDOX Kurzfilmprogramm gezeigt, die Dokumente. Dazu gibt es vier Arbeiten der VIDEODOX-Ausstellung zu sehen. (Montag 13.10., 20:30 Uhr, Werkstattkino)
In Anwesenheit der KünstlerInnen Sandra Filic, Narges Kalhor, Evelyn Rüsseler, Franz Wanner und Filmemacher Garegin Vanisian

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Garegin Vanisian: FÜNFMINUTENFRATZEN

Sechs Kurzfilme von internationalen Regisseuren über die Finnin Salla Tykkä, die mit GIANT einen bestechenden Film über einen Turnerinnenkader in Rumänien gemacht hat, der Österreicherin Sascha Pirker, die in LIVEPAN der Effizienz des Filmschnitts beim Bügeln nachgeht, bis zu den FÜNFMINUTENFRATZEN Garegin Vanisians, der die Objekte einer Voodoo-Ausstellung im Filmschnitt rituell animiert: Die UNDERDOX Dokumente haben ihren Ausgangspunkt in der dokumentierbaren Wirklichkeit.

Als Teil der großen VIDEODOX-Ausstellung gibt es vier Arbeiten im Kino zu sehen:

MODELLE DER WIRKLICHKEIT V von Sandra Filic
KAFAN von Narges Kalhor
CRIS! MENACES! von Evelyn Rüsseler
TRAFO von Franz Wanner

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Narges Kalhor: KAFAN

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Underdox 2014 Pressespiegel

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VIDEODOX-Eröffnung

Wann ist denn nun eigentlich die UNDERDOX-Eröffnung?, wurden wir schon gefragt. Natürlich heute Abend, um 20 Uhr im Filmmuseum mit dem Film von Max Linz
Ich will mich nicht künstlich aufregen.

Verwirrung entstand, weil wir bereits gestern unser zum ersten Mal stattfindende Videokunst-Ausstellung VIDEODOX in einer Vernissage eröffneten. Der Andrang war enorm, das Stromnetz brach unter den vielen angeschlossenen Geräten zusammen und bescherte uns völlige Dunkelheit – besser hätte man es nicht inszenieren können, um das Ephemere der neuen Medien sichtbar zu machen, und auch die Virtualität der Videokunst.

Hier ein paar Impressionen von der Eröffnung, als der Strom wieder ging:

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UNDERDOX – Coming soon!

Jetzt wird das Festival visuell: Hier gibt es als PDF den Flyer, hier unseren 108 Seiten und auch sonst starken Katalog und hier den diesjährigen Trailer zu sehen, den Garegin Vanisian für uns gemacht hat.

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Programmvorschau Underdox 2014

9. UNDERDOX Filmfestival: Italienisches Experimentalkino, chinesisches Cinéma vérité und die neoliberale Farce des Kunstmarkts

NOSTRA SIGNORA DEI TURCHI (Carmelo Bene )

NOSTRA SIGNORA DEI TURCHI (Carmelo Bene – Italien 1968)

Der 1937 in Italien geborene Carmelo Bene war schon als Theaterregisseur enfant terrible der Kunstszene. Sein Ruf als guitto, ein sich über alle Konventionen hinwegsetzender Künstler, steigerte sich nochmals, als er 1969 mit NOSTRA SIGNORA DEI TURCHI seinen ersten Film realisierte. Sein Angriff auf alles Heilige, auch der Kunst, versetzte das damalige Italien in einen regelrechten Schock. Seinem phantasmagorischen Kaleidoskop entsteigt der kollektive Alptraum von 1480, als die türkische Flotte in Apulien einfiel und ein Massaker an den Einwohnern beging. – „It made no sense whatever“, attestierte– „Sight and Sound“ euphorisch , eine „neoexpressionistische Explosion von einmaliger Art“, nannte Amos Vogel den Film. Noch heute gilt der 2002 verstorbene Carmelo Bene, der insgesamt nur fünf Filme realisierte, als Meister des experimentellen Films und NOSTRA SIGNORA als sein Chef d’œuvre.

LA VERIFICA INCERTA (Alberto Grifi)

LA VERIFICA INCERTA (Alberto Grifi – Italien 1964)

UNDERDOX widmet in seiner 9. Ausgabe zwei Programme dem italienischen Avantgardefilm. Bene war eng mit Alberto Grifi verbunden. Mit LA VERIFICA INCERTA schuf dieser 1965 (zusammen mit Gianfranco Baruchello) einen Meilenstein des Montagefilms. „LA VERIFICA INCERTA montiert elegant und polemisch. Der Schuss-Gegenschuss erfährt hier die heitere Demontage“, schrieb Harun Farocki zur Wiederentdeckung des Films vor zwei Jahren, den UNDERDOX zusammen mit einigen anderen zentralen internationalen Found-Footage-Werken zeigt.

ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN / ASTA UPSET (Max Linz)

ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN / ASTA UPSET (Max Linz – D 2014)

Kunst wurde in den letzten Jahrzehnten buchstäblich vom Kunstmarkt verschlungen – kontrolliert von einem von Kunsthistorikern und Kuratoren ausgegebenen Diskurs und unter strengen Regeln der Vermarktung. UNDERDOX eröffnet am 9. Oktober mit dem Spielfilm ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN des Berliner Regisseurs Max Linz – stilsichere Farce aus dem neoliberalen Berlin und zugleich politisches Manifest über „Das Kino, das Kunst“.

FENG AI / 'TIL MADNESS DO US PART (Wang Bing)

FENG AI / ‘TIL MADNESS DO US PART (Wang Bing – Hong Kong, France, Japan 2013)

Inwiefern die Regeln des Kunstmarktes internationale Berühmtheit fördern, oder auch nicht, lässt sich bei den Künstlern Ai Weiwei und Wang Bing beobachten. Beide machen systemkritische Kunst in den Dimensionen des Monumentalen. Während sich Ai Weiwei an den Werten des alten Chinas medienwirksam abarbeitet, erstellt Wang Bing, der 2003 mit dem neunstündigen WEST OF THE TRACKS international bekannt wurde, meisterliche, aber unaufgeregte Dokumentarfilme in der Tradition des Cinéma vérité. Wang Bings Filme sind stille Beobachtungen in der Dauer. Sein letzter Film, ’TIL MADNESS DO US PART (2013), führt in eine psychiatrische Anstalt in Yunnan und zeigt die nackte Existenz der vom Modernisierungswahn Ausgeschlossenen. „Was bringt Ihnen das Filmemachen?“, wurde Wang Bing kürzlich in einem Interview gefragt. Seine Antwort war: „Armut.“

09. UNDERDOX Filmfestival, Donnerstag, 9. Oktober, bis Mittwoch 15. Oktober 2014, im Filmmuseum München, Werkstattkino und in der Galerie der Künstler.

Das genaue Programm mit allen Titeln, Spieldaten und -orten finden Sie ab Mitte September unter www.underdox-festival.de.

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Michael Snow – Fotos

michaelsnow_underdox_muenchen20140523Michael Snow im Filmmuseum München, 23.5.2014, Foto: Jakob Gross

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